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an|se|hen ['anze:ən], sieht an, sah an, angesehen <tr.; hat:
1.
a) (auf jmdn./etwas) den Blick richten:
sie sah ihn an und lächelte.
Syn.: angucken, anschauen (bes. südd., österr., schweiz.), anstarren, betrachten, blicken auf, fixieren, mit Blicken durchbohren, mit Blicken messen (geh.), mit den Augen verschlingen (ugs.), mustern.
b) aufmerksam, interessiert, beurteilend betrachten:
ich muss [mir] den Patienten, die Wunde erst mal genau ansehen; willst du [dir] in Köln auch den Dom ansehen?
c) als Besucher, Zuschauer etwas sehen:
den Film, die Aufführung musst du dir unbedingt ansehen.
Syn.: angucken, anschauen (bes. südd., österr., schweiz.), gucken (ugs.).
d) vom Gesicht ablesen können; an der äußeren Erscheinung erkennen:
man sieht dir an, dass du lügst; man sieht ihr den Kummer an.
Syn.: anmerken.
2. für etwas Bestimmtes halten (16 a):
jmdn. als seinen Freund ansehen; etwas als Pflicht ansehen.
Syn.: auffassen, betrachten, beurteilen, einschätzen, erachten für (geh.).
3. beurteilen:
sie sieht den Fall ganz anders an als er.
Syn.: bewerten, einschätzen, werten.

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ạn||se|hen 〈V. tr. 235; hat
1. (sich) etwas od. jmdn. \ansehen die Augen auf etwas od. jmdn. richten, etwas od. jmd. betrachten
2. jmdn. \ansehen jmdm. ins Gesicht, in die Augen sehen
3. jmdm. od. einer Sache etwas \ansehen durch Blick den (inneren) Zustand erkennen
4. beurteilen, bewerten
● sieh (mal einer) an! wer hätte das gedacht!, nicht zu glauben!; man sieht ihm an, dass er überarbeitet ist; sieh mich an! ● man sieht ihm sein Alter nicht an; er sieht das Geld nicht an gibt es leicht, gern aus, ist nicht kleinlich; man sieht es seinem Gesicht an, dass ...; sich eine Kirche, eine Stadt \ansehen besichtigen; du kannst die Sache \ansehen, wie du willst, es ändert sich nichts; ich möchte mir den Patienten \ansehen ihn untersuchen; man sieht der Sache den Preis nicht an ● ich sehe die Sache anders an beurteile sie anders; jmdn. aufmerksam, böse, freundlich, neugierig usw. \ansehen; sich etwas gründlich \ansehen; das ist lustig, schön, schrecklich usw. anzusehen das sieht lustig, schön, schrecklich usw. aus ● \ansehen als, für halten für; etwas als beendet \ansehen; jmdn. nicht für voll \ansehen; ich sehe es als meine erste Pflicht an, ihm zu helfen; ich sehe es dir an den Augen, an der Nasenspitze an, dass du schwindelst!; etwas mit \ansehen Zeuge, Zuschauer sein; 〈fig.〉 dulden, ertragen; ich kann es nicht länger mit \ansehen, wie das Pferd geschlagen wird 〈fig.〉; ich sehe es mir noch eine Weile mit an, aber dann greife ich ein 〈fig.〉; sich seine Aufgaben noch einmal \ansehen wiederholen; jmdn. nur vom Ansehen kennen vom Sehen kennen, ohne mit ihm gesprochen zu haben; →a. angesehen

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ạn|se|hen <st. V.; hat:
1. den Blick auf jmdn., etw. richten; ins Gesicht blicken, betrachten:
einen Menschen ernst, tadelnd, freundlich, böse, herausfordernd, fragend, missbilligend, von der Seite a.;
sieh mich [nicht so] an!;
sich [gegenseitig]/(geh.:) einander a.;
jmdn. groß a. (erstaunt, mit großen Augen anblicken);
Ü jmdn. von oben [herab] a. (herablassend, gönnerhaft behandeln);
[nur] von/vom Ansehen ([nur] vom Sehen, nicht mit Namen: er ist mir nur vom Ansehen bekannt);
ohne Ansehen der Person (ganz gleich, um wen es sich handelt: es müssen alle ohne Ansehen der Person gehört werden).
2. etw. [aufmerksam, prüfend] betrachten (um es kennenzulernen):
[sich] Bilder, einen Film, ein Theaterstück a.;
eine Wohnung a. (besichtigen);
das ist nicht des Ansehens wert;
<subst.:> vom bloßen Ansehen wird man nicht satt;
Ü ich werde mir die Sache a. (mich damit beschäftigen);
R a. kostet nichts! (für das bloße Anschauen muss man nichts bezahlen);
sieh [mal] [einer] an! (ugs.; wer hätte das gedacht!);
[das] sehe [sich] einer an! (ugs.; das ist doch nicht zu glauben, ist ganz erstaunlich!).
3.
a) <a. + sich> in bestimmter Weise aussehen:
das sieht sich ganz hübsch an;
es sah sich an (hatte den Anschein), als würde es sich bessern;
b)
anzusehen sein (aussehen: sie ist in diesem Kleid hübsch anzusehen; der Verletzte war schrecklich anzusehen).
4. vom Gesicht ablesen können; an der äußeren Erscheinung erkennen:
jmdm. etw. schon von Weitem a.;
jmdm. sein Alter [nicht] a.;
man sieht ihm seine Unsicherheit an.
5.
a) einschätzen, beurteilen:
etw. anders, mit anderen Augen a.;
b) als etw. betrachten, auffassen; für jmdn., etw. halten:
jmdn. als seinen Freund, als Betrüger a.;
etw. als/für seine Pflicht a.;
etw. als/für eilig a.;
sich als Held, (veraltend:) als Helden a.;
jmdn. nicht für voll a. (nicht für ganz zurechnungsfähig halten, nicht ernst nehmen).
6. <meist verneint> Zeuge sein; zusehen, ohne etw. dagegen zu unternehmen:
er musste mit ansehen, wie sie in den Fluten versank;
das Elend nicht mehr [mit] a. können.

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Ạn|se|hen, das; -s: 1. Achtung, Wertschätzung, hohe Meinung: großes A. genießen; Mit einem Offizier in der Familie erwarb man sich A. in der Gesellschaft (Kühn, Zeit 269); der Vorfall schadet seinem A.; Die Macht war erstrebenswert, ... weil sie soziales A. verlieh (Dönhoff, Ära 42); sein A. durch etw. verlieren, erhöhen; Hatte er nicht bei den tapfersten Völkern vorzüglich in A. gestanden? (war er dort nicht sehr geachtet?; Th. Mann, Tod 51); [bei jmdm.] in hohem A. stehen; zu A. kommen; der Grund seines -s als Abgeordneter. 2. (geh.) Aussehen: ein Greis von ehrwürdigem A.; der Park und der Oberstock (= eines Schlösschens) trugen das A. des achtzehnten Jahrhunderts (Musil, Mann 12).

Universal-Lexikon. 2012.

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